Der Anteil von Kunststoffen im Automobil steigt kontinuierlich an. Der neue Trend dabei: Damit die
Kunststoffe nicht nach Plastik aussehen, erhalten sie mehr "Grip" in Form zum Teil stark
strukturierter Oberflächen. Gleichzeitig bestehen die Kunststoffe beispielsweise nicht mehr zu 100
Prozent aus Polypropylen (PP) oder Polyamid (PA), sondern aus Mischungen von PP bzw. PA mit
Füllmaterialien wie Fasern oder Talkum, um sie thermisch und mechanisch belastbarer zu machen.
Daraus ergibt sich das Problem für herkömmliche Kennzeichnungssysteme: Ihre Klebkraft reicht
nicht mehr aus für eine zuverlässige Haftung auf den Oberflächen derart veränderter Kunststoffe mit
zugleich ausgeprägten Rautiefen. Einen Weg aus der schwierigen Situation haben die
Produktentwickler für industrielle Klebstoffe im Neusser Technologiezentrum von 3M in nur gut
einjähriger Forschungsarbeit gefunden. Das Ergebnis ist die 3M Farbfolie 92200, deren
herausragendes Charakteristikum ihr neuer Klebstoff ist: der 3M High Performance Composite Bond SE
100.
"Wenn die Rautiefen so ausgeprägt sind, dass der Klebstoff die Oberfläche nicht komplett
benetzen kann, muss er auf der verbleibenden Fläche besonders gut haften, um in Kombination mit der
Etiketten-Folie die Spezifikation des Automobilherstellers zu erfüllen", skizziert Frank Küster die
grundlegende Idee hinter der neuen Entwicklung.
Er griff dabei auf ein synthetisches Elastomer zurück, das schon Mitte der neunziger Jahre
von 3M in den USA entwickelt worden war, bisher aber nur in zwei Anwendungen kommerzialisiert
wurde. "Es bildete die Basis für unsere neue Entwicklung", erklärt er. Entstanden ist so ein völlig
neuer Klebstoff. Er verleiht Polyesterfolie 92200 bei zugleich sehr guter Verarbeitbarkeit in
rotativen Druck- und Stanzverfahren eine hohe Klebkraft.
3M ist eine Marke der 3M Company.