Rund 300 Wissenschaftler und Techniker aus 14 Nationen forschen und entwickeln hier für den
deutschen sowie auch für andere europäische Märkte und lassen ihre Visionen zu Produkten werden.
Gemeinsam mit den Kunden entstehen Konzepte für neue Produktanwendungen. Mit dem Bau des Customer
Technical Centers investierte das Unternehmen mehr als 20 Millionen Euro in seine Zukunft. Die
Investitionssumme steht auch für das Vertrauen der amerikanischen Konzernleitung in den
Technologiestandort Nordrhein-Westfalen.
Die Technologieentwicklung
Im Mittelpunkt der Forschung und Entwicklung im Customer Technical Center stehen der Ausbau
und die innovative Weiterentwicklung bestehender sowie neuer Technologien.
Ein Schwerpunkt ist beispielsweise die
Mikroreplikation. Dahinter verbergen sich Oberflächen mit mikroskopisch kleinen
Strukturen, die millionenfach exakt reproduziert werden. Anwendung findet diese innovative
Technologie zum Beispiel bei strukturierten Schleifmitteln, die selbst härteste Materialien wie
Edelstahl auf Hochglanz polieren. Im täglichen Leben begegnet Mikroreplikation vielen Menschen,
ohne dass sie es bemerken. So sorgt die Technologie in fast jedem Bildschirm von Laptops für mehr
Helligkeit oder sie leitet Licht - wie in die U-Bahn-Station des Potsdamer Platzes in Berlin.
Bewährtes Forschungsgebiet ist die
Klebstofftechnologie, die den Markt auch weiterhin mit innovativen Produkten
besetzen wird. In Neuss entwickelt wurde in jüngster Zeit etwa ein Siebdruck-Klebstoff für die
UV-Trocknung. Er ersetzt in der Industrie Verbindungslösungen, bei denen bisher doppelseitig
haftende Klebstofffilme zum Einsatz kamen, die zuvor gestanzt werden mussten. Ein anderes Beispiel
ist ein wärmeleitfähiges Klebeband. Es eignet sich für die Integration elektronischer Baugruppen in
Fahrzeugen, da es hohen Temperaturen widersteht.
Komplizierte Problemstellungen werden im Bereich
SEMS - Software Electronic Mechanical Systems - integriert gelöst. Soll beispielsweise in
einem Krankenhaus ein Sterilisator für Dampf geprüft werden, entwickelt 3M einen Sensor, der Druck,
Temperatur und Qualität des Dampfes misst. Beim Entwerfen des Sensors kommen Software,
elektronische und mechanische Komponenten zum Einsatz, ohne die eine Komplettlösung nicht möglich
wäre. Ein weiteres Beispiel ist eine Art Kamera, die in der Lage ist, Bakterienkolonien automatisch
zu zählen. Sie ist mit einer entsprechenden Bilderkennungs-Software und einer sensiblen Lichtquelle
ausgestattet, die es ermöglicht, zwischen verschiedenfarbigen Bakterien und beispielsweise
Staubpartikeln genau zu unterscheiden.
Im Bereich
Medizin liegt der Schwerpunkt auf der Infektionsprävention. Dazu gehören innovative
Sensoren, die Art und Anzahl der Mikroben bestimmen, um eine postoperative Infektion im Vorfeld
abschätzen zu können und mit entsprechenden, ebenfalls von 3M entwickelten Produkten vorzubeugen.
Im Krankenhaus erleichtern darüber hinaus so genannte Custom Packs die Arbeit. Sie bieten
innovative und zugleich kostengünstige Produkte und sind auf die jeweiligen Operationen
zugeschnitten. Entwickelt werden zurzeit darüber hinaus Produkte für die Therapie von Ulcera.
Die
Telekommunikation steht ganz im Zeichen eines schnellen Internetzugangs und wachsender
Bandbreiten in Firmennetzen. Elektromechanische Verbindungs- und Verteilersysteme für
xDSL-Breitbanddienste integrieren elektronische Komponenten in die mechanische Verbindungstechnik.
Derart kompakte Systeme erlauben Einsparungen in der Anzahl notwendiger Komponenten und bei der
Installation. Ergänzt wird dieser Bereich durch innovative Verbindungs- und Managementsysteme für
Glasfasern sowie durch robuste, von 3M entwickelte Spezialfasern zur sicheren Datenübertragung. Ein
weiterer Schwerpunkt sind elektronische Systeme zur Diagnose, Sicherung und Überwachung von
Telekommunikationsnetzen.
Die für die
Elektro- und Elektronikmärkte zuständigen Forschungsbereiche konzentrieren sich auf
Nieder- und Mittelspannungsverbindungen für die Energieversorgungs-Industrie sowie auf
elektronische Verbindungen zur hochfrequenten Datenübertragung. Ein aktuelles Beispiel aus dem
Elektro-Bereich ist die Entwicklung von Kabel-Verbindungsspleißen für den Mittelspannungsbereich
bis zu
36.000 Volt basierend auf der 3M Kaltschrumpf-Technologie. Im Elektronik-Labor konnte für
eine hochfrequente Datenübertragungs-Strecke die Signalübertragungs-Bandbreite durch eine
patentierte Signal-Masse-Anordnung innerhalb eines Steckverbinder-Gehäuses um 50 Prozent auf 2,25
Giga-Hertz erhöht werden.
Das Customer Demo Center
Die Entwicklung von neuen Anwendungen mit innovativen Produkten braucht den engen
Kontakt zum Kunden von Anfang an. Darum ist das Customer Technical Center als Kommunikationsforum
konzipiert.
Entwickelt werden hier - wo immer möglich in Zusammenarbeit mit den Kunden - Anwendungen
für die Bereiche:
- Automobil, Marine & Luftfahrt
- Elektro & Elektronik
- Industrie & Handwerk
- Medizin & Gesundheit
- Sicherheit: Arbeit, Personen und Verkehr
- Werbung & Design
Einige Produkte dieser Bereiche gehören wie selbstverständlich zum Alltag, wie reflektierende
Folien auf Autokennzeichen und Straßenschildern, Verschluss-Systeme für Windeln oder selbstklebende
Türdichtungen für Autos, die Geräusche reduzieren und die Verarbeitung beim Hersteller
vereinfachen. So manchem geholfen hat vielleicht auch schon ein spezielles Schleif- und
Poliersystem, das Kratzer auf Glasscheiben glättet, ohne dass die Scheibe ausgewechselt werden
musste.
Für die Kommunikation mit den Kunden und für die Präsentation stehen im Unter- und Erdgeschoss
sowie in der ersten Etage mehrere Konferenz- und Schulungsräume sowie rund 2000 m²
Produktausstellungs- und Trainingsräume zur Verfügung. Als Forum für Verkaufs- und
Trainingsveranstaltungen bietet sich die so genannte Street an, in der bis zu 250 Personen Platz
finden.