Endlich gibt es auch in Deutschland genormte Kinder-Sicherheitswesten aus fluoreszierendem und
retroreflektierendem Material. Die zertifizierten Produkte werden von der Landesverkehrswacht
Schleswig-Holstein (LVW) in Kiel vertrieben.
Der europaweit gültige Standard für „Warnkleidung im nicht professionellen Bereich“ heißt DIN EN
1150. Diese Norm ist das Pendant zur DIN EN 471, die den Warnschutz professioneller
Berufsbekleidung vorschreibt. Beide Normen haben das Ziel, ein vernünftiges Mindestmaß an
Sichtbarkeit im Straßenverkehr zu gewährleisten.
Während die Richtlinien im professionellen Bereich, z. B. bei den Sicherheitswesten für Polizei,
Zoll und Berufsbekleidung, längst erfüllt werden, gibt es auf dem Konsumentenmarkt eine Vielzahl
von Bekleidungsstücken und Accessoires mit völlig unterschiedlichen Warnschutz-Features. Die Folge:
Die Verbraucher sind verunsichert. Nach Ansicht der LVW Schleswig-Holstein ist dies verständlich,
da wichtige sicherheitsrelevante Punkte bezüglich der Warnschutzwirkung der Produkte besonders für
Kinder und Jugendliche nur unzureichend erfüllt werden. Beispiel: Reflektoren-Bärchen. Diese waren,
so LVW-Sprecher Fritz Kelm, sehr beliebt, stellten aber wegen der begrenzten Sichtbarkeit keine
ideale Lösung dar.
Dabei haben Verkehrssicherheitsexperten schon seit Jahren ganz konkrete Vorstellungen, wie die
ideale Bekleidung für Kinder im Straßenverkehr aussehen muss. Wichtig, so Kelm , ist vor allem eine
360° Rundumsichtbarkeit, damit die Kids von allen Seiten und bei jeder Bewegung gleichermaßen gut
wahrgenommen werden können. Unerlässlich ist auch eine gute Sichtbarkeit bei Tag und Nacht. Dies
hat zur Konsequenz, so der LVW-Sprecher, dass nicht nur rundum retroreflektierende Streifen,
sondern auch fluoreszierende Materialien verwendet werden müssen. Anders als bei der DIN EN 471 ist
die Menge an fluoreszierendem und retroreflektierendem Material bei der DIN EN 1150 aber von der
Größe des Trägers abhängig.
Natürlich kann von Gesetzes wegen kein Hersteller zur Verwendung der Norm gezwungen werden. „
Andererseits ist dort, wo DIN EN 1150 draufsteht, auch geprüfte Qualität und genormte
Mindestsichtbarkeit drin“, betont der LVW-Sprecher. Das wiederum gibt dem Verbraucher Sicherheit.
Nur: Wer derart genormte Kinderwesten kaufen wollte, wurde bisher ausschließlich im europäischen
Ausland, wie zum Beispiel in Großbritannien, Finnland und Italien, fündig. Doch damit ist es nun
vorbei.
Dass es nach DIN EN 1150 geprüfte Produkte jetzt auch in Deutschland zu kaufen gibt, ist einer
Gemeinschaftsinitiative zu verdanken. Neben der LVW Schleswig-Holstein engagierten sich zwei
Unternehmen: Die Firma Linotec aus Travemünde als Hersteller von Sicherheitswesten aus
federleichtem Hightech-Material, und das amerikanische Multitechnologie-Unternehmen 3M mit
deutschem Sitz in Neuss als Produzent von retroreflektierenden Materialien.
Die von der LVW Schleswig-Holstein bundesweit angebotene Kollektion, Hersteller LINOTEC-line
Travemünde, umfasst unter anderem Westen für Kinder, Jogger, Schülerlotsen, Reiter,
Sicherheitswesten für Erwachsene in verschiedenen Größen, Armbinden und einen Kinderrucksack aus
fluoreszierendem Material, ebenfalls versehen mit 3M Reflective Material. Darüber hinaus können
spezielle Sets für Kindergärten und Verkehrsschulen geordert werden. Des weiteren gibt es einen
speziellen Satz Sicherheitswesten für Schulen (Fahrradausflüge kompletter Klassen usw.).
Weitere Infos erteilt die Landesverkehrswacht Schleswig-Holstein (Tel. 0431/7333)